#39 Joachim Haacke

#39 Joachim Haacke

Ich, Joachim Haacke, studiere und erlebe immer wieder, wie herausfordernd es ist, Freundschaften gerecht zu werden oder zu erkennen, welche Rolle man gegenüber welchen Menschen gerade einnimmt. Auf der anderen Seite mache ich mir als Politikwissenschaftsstudent viele Gedanken über die Probleme, die wir Menschen und unsere Gesellschaften haben, und auf welche Art und Weise wir ihnen gerecht begegnen können.

Aufrichtigkeit ist ein Wert, der mich im Leben leitet.

Ich denke, dass man anderen Menschen aufrichtig begegnet, wenn man auch aufrichtig gegenüber den eigenen Gefühlen und Werten ist. Die Anerkennung der eigenen Emotionen und des eigenen Standpunkts hilft entscheidend dabei, Entscheidungen zu treffen. Selbst wenn man diese später anzweifeln mag, kann man sich sicher sein, sie aus einer inneren Überzeugung heraus getroffen zu haben. Ich finde, das kann einem auch bei schwierigen Entscheidungen im Leben Selbstbewusstsein geben. Auf der anderen Seite ist es meiner Meinung nach wichtig, anderen Menschen gegenüber aufrichtig zu sein. So wissen diese, wo man selbst steht und was sie von einem erwarten können – aber auch, was nicht. Besonders in Freundschaften ist dies meiner Ansicht nach ein Grundstein für ein faires und wertschätzendes Miteinander.

Empathie ist ein Wert, der mich immer wieder herausfordert.

Manchmal habe ich Schwierigkeiten, die Emotionen anderer Menschen in Bezug auf ein bestimmtes Thema vorauszusehen und angemessen anzuerkennen. Besonders herausfordernd ist es für mich, wenn es um Gefühle geht, die ich selbst nicht oder nur kaum kenne. Mich in diese mir fremden Emotionen hineinzuversetzen und meinem Gegenüber dadurch gerecht zu werden, gelingt mir nicht immer. In solchen Situationen kann es passieren, dass ich unbeabsichtigt empathielos wirke und mein Verhalten als verletzend oder wenig wertschätzend wahrgenommen wird.

Verständnis ist ein Wert, den unsere Gesellschaft mehr leben sollte.

Ich denke, dass wir friedlicher miteinander leben können, wenn Verständnis für andere Menschen als gesellschaftlicher Wert stärker verankert ist – insbesondere gegenüber jenen, die anders handeln, anders leben oder aus einem anderen Umfeld stammen als wir selbst. Dabei halte ich es für wichtig, den Menschen als Individuum wahrzunehmen und seine persönlichen Emotionen nicht aus dem Blick zu verlieren. Auch wenn ich selbst andere Überzeugungen vertrete oder bestimmte Handlungsweisen für mich persönlich oder für die Gesellschaft ablehne, kann ich dennoch Verständnis für das individuelle Handeln aufbringen. Auf diese Weise bleiben mein eigenes Handeln und meine Reaktionen gegenüber anderen menschlich und respektvoll.

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